Archiv: Juli 2008
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Von 0 auf 40 in zehn Monaten
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Ein Fahrzeug von der Konstruktion bis zur Probefahrt. Wie das ECO-Team der HAW Hamburg am Shell Eco-marathon teilnimmt.

Viele waren es nicht, die an einem späten Julimorgen in das Gebäude der Fahrzeug- und Flugzeugbaustudenten gingen. Aber sie hatten alle den gleichen Traum: Die Teilnahme am Shell Eco-marathon. Der Grundgedanke dieses Marathons ist es mit immer weniger Treibstoff immer weiter zu fahren. Hierzu treffen sich jedes Jahr Studenten und Studentinnen aus ganz Europa und treten mit ihren selbstkonstruierten Fahrzeugen in verschiedenen Kategorien gegeneinander an. Bei einem Durchschnittstempo von mindestens 30 km/h müssen die Fahrzeuge eine Gesamtstrecke von ca. 27 km zurücklegen. Im Ziel werden die Verbrauchs-Ergebnisse der verschiedenen Klassen (Benzin/Hydrogen/Solar usw.) hochgerechnet und der Sieger ermittelt. Der Rekord liegt bei einer Strecke von 3.836 km mit nur einem Liter Benzin.
Von der Konstruktion zum Prototypen
Als Grundlage den Konstruktionsaufbau dienste ehemaliges studentisches Projektes, ein Rennliegerad. Die Rumpfart des Rades war einem Kaiserpinguin nachempfunden. Die Leitung des Teams übernahm Herr Professor Stucke.
Damit war die Konstruktion keinesfalls in trockenen Tüchern, denn das Regelwerk für den Shell Eco-marathon war streng und umfangreich und schrieb zum Beispiel drei Räder vor, wobei das Liegerad nur zwei besaß. Nach langen Überlegungen kamen die Studenten zu dem Schluss, dass die bestmögliche Antriebsart eine wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle mit Radnabenmotor war. Auch diese Technik sollte in einem einstigen Fahrrad untergebracht werden. Monate des Konstruierens, Umbauens und Diskutierens vergingen. Als großer Sponsor konnten die Daimler Ausbildungswerkstätten in Sindelfingen gewonnen werden. Hier wurde anhand der Konstruktionsdaten die Außenschale des Ein- Mann-Fahrzeuges aus glasfaserverstärktem Kunststoff laminiert.

Die Außenschale kam im März 2008 an der HAW Hamburg an bis dahin konnte noch nicht viel gearbeitet werden, außer Schaltpläne gezeichnet oder kleinere Einzelteile besorgt werden. Als sehr schwierig erwies es sich eine geeignete Zelle und den dazu passenden Radnabenmotor zu besorgen. Es wurde ein vorläufiger Teststand gebaut um den Motor mit der Wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle zu testen. Als sich die ersten Tests als erfolgreich erwiesen wurde das Konzept kurzerhand übernommen, denn viel Zeit blieb nicht mehr weitere Systeme in Augenschein zu nehmen oder das Jetzige zu verbessern. Als die Karosserie endlich vor Ort war konnte die Arbeit richtig losgehen.
Das Vorderscharnier für die Oberschale wurde verbaut, die ersten Kabelbäume verlegt. Die Achse geschweißt und die vordere Radaufhängung gebogen (vielen Dank an das HAWKS-Team). Die geeigneten Räder ausgesucht. Und die Zeit wurde immer knapper. Bei der ersten kurzen Testfahrt auf dem Gelände der HAW verbog die Vordergabel. Das Problem musste schnell behoben werden damit vor Antritt der Reise der Pingu fahrtüchtig ist. nach schnellem Umbau und einigen Erneuerungen kam es am 14.05.2008 zur ersten offiziellen Testfahrt auf dem Gelände der Hamburger Verkehrswacht. Der Pingu fuhr ohne Probleme und konnte auf Schnelligkeit und Wendigkeit von den auserwählten Fahrer und Fahrerinnen gestestet werden. Die maximal 1,60m großen Fahrer mussten die ersten Erfahrungen sammeln und den Umgang mit dem Pingu II lernen um beim Rennen alles aus ihm alles herauszuholen.
Anreise Dienstag 20.05.2008
Nach 22 Stunden fahrt und 1633.28 km kam das Team mit zwei Transportern und einem großen Anhänger in Nogaro (Südfrankreich) an. Eine riesige Wiese breitete sich vor Ihnen aus. Überall Zelte, Trucks, Grills und andere Nationen (ein bisschen wie Wacken). Der Nogaro Circuit Paul Armagnac war eine wunderbare Strecke und wurde erstmal akribisch begutachtet. In den Boxengassen war schon reges treiben. Die Teams präsentierten ihre Hochschulen und ihre Fahrzeuge. Alle organisatorischen Dinge wie Anmeldung und Terminplanung wurden geklärt und die Zelte aufgebaut und Pingu ausgepackt.
Technische Abnahme
Die technische Abnahme konnte Pingu in Punkten bremsen, Sicherheit und Sichtfeld mit Bravour bestehen, denn die Test waren nicht so genau wie wir erwartet hatten und dadurch war Pingu fast zu sicher und man hätte viel Gewicht einsparen können. Die einzigen Verbesserungen mussten am Auslassventil der Brennstoffzelle vorgenommen werden und an der Abdichtung des Durchflussmengenmessers. Nachdem das Team diese Probleme improvisiert lösen konnte wurde das Fahrzeug freigegeben.
Probefahrten
Die Wasserstoffflasche war angeschlossen die Brennstoffzelle im Betrieb der Fahrer angespannt: Der
Pingu sollte nun das erste Mal auf der Rennstrecke fahren und positionierte sich vor der Startlinie und wartete auf die Freigabe. Doch nichts geschah, als die Ampel grün wurde. Die Brennstoffzelle hatte sich widererwarten abgeschaltet und der erste Probelauf war somit ungültig. Schnell rottete sich das Team zusammen und versuchte herauszufinden wo das Problem lag… die Zeit verging und bald sollte der nächste Testlauf sein… doch immer wieder schaltete die Zelle ab. Nach vielen Stunden des Bangens wurde das Problem behoben: Ein Wasserstoffleck veranlasste den Sensor die Zelle abzuschalten. Die Schläuche und Rohre wurden neu abgedichtet und der Pingu zu seiner nächsten Testfahrt gerollt. Immerhin fuhr der Pingu konstant und schnell genug. Leider war nach ein paar Runden Schluss, denn der Treibstoff reichte nicht aus um die volle Rundenzahl zu schaffen. Noch verbrauchte der Pingu zu viel.
Wertungsläufe
Aufgrund der geringen Ausstattung unseres Teams und der fehlenden Zeit konnten keine großartigen Verbesserungen mehr vorgenommen werden. Der Pingu fuhr seine Runden und kam am Ende bei einen umgerechneten Verbrauch von einem Liter Benzin auf 800km. Leider wurde erst ab 1500km gewertet.
Keineswegs hemmte das die Stimmung des Teams, denn ihr Ziel in einer so kurzen Zeit ein komplettes Fahrzeug zu bauen und es fahren zu lassen hatten sie vollkommen erreicht. Die Studenten haben viel dazugelernt, neue Ideen aufgeschnappt, Probleme erkannt und viele andere Teams kennen gelernt. Sie haben sich fest vorgenommen im kommenden Jahr am Lausitzring in Deutschland ihren Pingu wesentlich zu verbessern und dem Rekord auf die Pelle zu rücken!
Das ECO-Team sucht noch dringend neue interessierte Studenten die Lust haben mitzumachen!
Meldet Euch einfach unter team@eco-haw.de.
Text: Katharina Gabrecht
Bilder: Katharina Gabrecht, Peter Postel, Oliver Reck
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Eine kleine Delegation des ECO-Teams ist der Einladung von VW gefolgt und hat sich aufgemacht zum Großen CMT-Seifenkistenrennen.
Ein Höhepunkt der Exkursion war der Besuch des Autohofes “Soltauer Heide” zwecks Technischer Kontrolle unseres Fahrzeugs (sehr Lehrreich für die zukünftigen Fahrzeugingenieure…)und die Vorbeifahrt mit wehendem Haar am Mühlenmuseum Gifhorn, sowie der Besuch einer Gartenausstellung auf dem Schloßpark in Wolfsburg
Mit dabei waren Claudia, Felix, Lukas und Ben. Die Delegation des ECO-Teams verirrte sich aufgrund eines Navigationsfehlers in der Wolfsburger Innenstadt, weshalb sie eine pause einlegten um erstmal etwas zu essen.
Glücklicherweise trafen sie dort rein zufällig auf den Veranstalter des Seifenkistenrennens, wobei der Navigationsfehler behoben werden konnte und das Team sich für die Einladung und das tolle Programm und den hübschen VW-Aufkleber bedankte. Daraus entstand ein interessantes Gespräch zum Thema „Sponsoring“, denn der Veranstalter erwies sich als wahrer Fachmann und wichtiger Kontaktmann des VW-Konzerns.
Viele Kinder mit Ihren Müttern, Vätern, Omas und Opas bewunderten den Pingu II, überall wo er auftaucht ist er sich seiner Aufmerksamkeit bewusst.
Die Seifenkisten-Rennen Teilnehmer präsentierten ihre Fahrzeug und sausten um die Wette.
Weitere Infos zum Rennen: http://www.cmt-seifenkistenrennen.de/
Text: Benjamin Woelfel, Katharina Gabrecht
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